Epilepsie & Co…

WIR sind Besitzer eines an EPILEPSIE erkrankten Hundes aus dem VDH.

In unserem Alltag geht es um Epilepsie.

Während Menschen in den Urlaub fahren und Familienfeiern abhalten, suchen wir nach Gründen, warum der Hund wieder einen epileptischen Anfall hatte, planen den Alltag zur Sicherheit des Hundes, bis zu 7x punktgenaue Medikamentengabe, Ernährungsberatungen, ….
Wir hatten seit Jahren keinen Urlaub. Denn keiner würde unsere Hunde mit solch einer Gefahr nehmen.
All unsere Pläne beziehen sich auf anfallsfreie Zeit, Untersuchungen, Kliniken, Ernährungsberater, Trigger finden und meiden, Neurologe, Spiegelkontrolle, Sicherheit im Umfeld,…..
Nur Besitzer eines an Epilepsie erkrankten Hundes können es verstehen, es werden Freunde.
Man schläft zu Beginn Monate neben dem Hund, beobachtet.
Bei Mehrhundehaltung müssen die anderen Hunde geschützt werden. Doch auch die Familie, besonders mit Kindern, ist das höchste Gebot, dass im Anfall kein Mensch verletzt wird. Es kommt leider oft zu Bissverletzungen, da man helfen muss, damit der Hund sich nicht schlimmer verletzt.
Ein Hund im Anfall lässt nicht los, wenn er etwas mit der klappernden Schnauze erwischt, bis der Anfall vorbei ist.
Von Beginn der Epilepsie gibt es kein Durchschlafen mehr, man kann kaum mehr arbeiten, einige kündigen auch beim Arbeitgeber.
Nach Wochen, Tagen wieder Anfälle, Cluster, Status Epilepticus.
Fahren mit krampfendem Hund in die Klinik, weil das Notfallmedikament nicht anspricht.
Manchmal sterben auch die Hunde im Status, kein Abschied, nur Bilder des Grauens, nicht ertragbar.
Der Weg in die Hölle ohne Rückfahrkarte.
Es ist das Schlimmste was passieren kann, wenn der Hund im Status stirbt, diese Erinnerung vergeht nie.
Geld wird gut benötigt für Medikamente, Ernährung, Diagnostik, Ärzte. In einem Jahr sind 15 000 € schnell ausgegeben.
Nach jedem Anfall neu überlegen, wo der Fehler war.
Unsere Hunde brauchen 24 Stunden am Tag Pflege und Beobachtung.
Das ist unser Leben und wir lieben sie.
Bevor Sie uns beurteilen, denken Sie nach!
Ist es sinnvoll, mit den Eltern und Vollgeschwistern eines an Epilepsie erkrankten Hundes weiter zu züchten?
Geschrieben von Edda Schädler
Darf gerne kopiert und geteilt werden.

%d Bloggern gefällt das: